Technik da. Rohstoff da. Abnehmer da. Und jetzt?
Am Beispiel von Kaffeesatz untersuchen wir in München, wie aus einem bislang entsorgten Stoffstrom ein nutzbarer Sekundärrohstoff für industrielle Anwendungen werden kann.
Dabei zeigt sich: Nicht nur Technik, Logistik oder mögliche Anwendungen entscheiden darüber, ob Kreislaufwirtschaft funktioniert.
Die entscheidende Frage ist oft:
Wer organisiert, finanziert und betreibt den Kreislauf dauerhaft?
Und wie wird gleichzeitig sichtbar, welchen positiven Beitrag ein solcher Kreislauf für Unternehmen, Stadt und Gesellschaft leistet?
In der Session wollen wir deshalb gemeinsam an vier Fragen arbeiten:
1. Wer bringt den Kreislauf ins Laufen?
Wer sammelt, koordiniert, bereitet auf, verbindet Akteure und übernimmt dauerhaft Verantwortung?
2. Wer profitiert – und wer bezahlt?
Wo entsteht wirtschaftlicher oder strategischer Nutzen entlang der Wertschöpfungskette?
3. Wie kommen wir vom Pilotprojekt in den Markt?
Was braucht es, damit Circular-Economy-Projekte nach Ende einer Förderung weiterlaufen?
4. Wie wird der positive Beitrag sichtbar?
Wie können Unternehmen und Konsument:innen erkennen, dass ein bislang entsorgter Stoffstrom Teil eines neuen Rohstoffkreislaufs wird?
Nach einem kurzen Einblick in das Münchner Kaffeesatzprojekt arbeiten wir gemeinsam an einem einfachen Circular Operator & Impact Canvas:
Bereitsteller → Sammlung → Logistik → Aufbereitung → Industrie → neues Produkt → Nutzen → Finanzierung → Betreiber → sichtbare Wirkung
Dabei geht es nicht nur um die Frage „Wer macht was und wer bezahlt?“, sondern auch um den Handabdruck des Kreislaufs: Welche Primärrohstoffe können ersetzt, welche Entsorgung vermieden und welche lokale Wertschöpfung geschaffen werden?
Kaffeesatz ist unser Reallabor. Die Frage dahinter betrifft viele Stoffströme: Wie schaffen wir Kreisläufe, bei denen Unternehmen einen Business Case sehen – und Menschen ihren positiven Beitrag?
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